Adams Fall

Der zerbrochne Krug

Du spielst:
LICHT
Ei, was zum Henker, sagt, Gevatter Adam! Was ist mit euch geschehn? Wie seht ihr aus?
ADAM
Ja, seht. Zum Straucheln braucht’s doch nichts, als Füße. Auf diesem glatten Boden, ist ein Strauch hier? Gestrauchelt bin ich hier; denn jeder trägt den leid’gen Stein zum Anstoß in sich selbst.
LICHT
Nein, sagt mir, Freund! Den Stein trüg’ jeglicher…?
ADAM
Ja, in sich selbst!
LICHT
Verflucht das!
ADAM
Was beliebt?
LICHT
Ihr stammt von einem lockern Aeltervater, der so beim Anbeginn der Dinge fiel, und wegen seines Falls berühmt geworden; ihr seid doch nicht…?
ADAM
Nun?
LICHT
Gleichfalls…?
ADAM
Ob ich…? Ich glaube…? Hier bin ich hingefallen, sag ich euch.
LICHT
Unbildlich hingeschlagen?
ADAM
Ja, unbildlich. Es mag ein schlechtes Bild gewesen sein.
LICHT
Wann trug sich die Begebenheit denn zu?
ADAM
Jetzt, in dem Augenblick, da ich dem Bett’ entsteig’. Ich hatte noch das Morgenlied im Mund’, da stolpr’ ich in den Morgen schon, und eh’ ich noch den Lauf des Tags beginne, renkt unser Herrgott mir den Fuß schon aus.
LICHT
Und wohl den linken obenein?
ADAM
Den linken?
LICHT
Hier, den gesetzten?
ADAM
Freilich!
LICHT
Allgerechter! Der ohnhin schwer den Weg der Sünde wandelt.
ADAM
Der Fuß! Was! Schwer! Warum?
LICHT
Der Klumpfuß?
ADAM
Klumpfuß! Ein Fuß ist, wie der andere, ein Klumpen.
LICHT
Erlaubt! Da thut ihr eurem rechten Unrecht. Der rechte kann sich dieser… Wucht nicht rühmen, und wagt sich eh’r auf’s Schlüpfrige.
ADAM
Ach, was! Wo sich der Eine hinwagt, folgt der Andre.
LICHT
Und was hat das Gesicht euch so verrenkt?
ADAM
Mir das Gesicht?
LICHT
Wie? Davon wißt ihr nichts?
ADAM
Ich müßt’ ein Lügner sein… wie sieht’s denn aus?
LICHT
Wie’s aussieht?
ADAM
Ja, Gevatterchen.
LICHT
Abscheulich!
ADAM
Erklärt euch deutlicher.
LICHT
Geschunden ist’s, ein Gräul zu sehn. Ein Stück fehlt von der Wange, wie groß? Nicht ohne Waage kann ich’s schätzen.

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